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ungewisse Reise

ungewisser Ausgang

m Juni 2013 fuhr ich mit dem ICE die Strecke von Hamburg nach Würzburg.

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Tod

Freitod

Wir sprachen sehr lange darüber, ich machte mir Gedanken und kam zu dem Entschluss, dass der Tod auch ein Tabu-Thema ist, das man verdrängt und einfach wegschiebt.

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Elend

Glück

Ich war sehr überrascht, wie offen sie sich gab, wie bewusst sie darüber sprach, an einem bestimmten Tag bewusst in den Tod zu gehen.

Beispiele aus dem Buch

Im Juni 2013 fuhr ich mit dem ICE die Strecke von Hamburg nach Würzburg.
Ich saß neben einer Frau, mit der ich nach kurzer Zeit ins Gespräch kam. Wir unterhielten uns über Gott und die Welt. Natürlich kam dann irgendwann auch die Frage nach dem Beruflichen. Sie fragte mich, was ich denn im Berufsleben mache. Ich erzählte ihr, dass ich schreibe, und zwar meist über Tabu Themen.

Todestag – Teil 1

Im Juni 2013 fuhr ich mit dem ICE die Strecke von Hamburg nach Würzburg. Ich saß neben einer Frau, mit der ich nach kurzer Zeit ins Gespräch kam. Wir unterhielten uns über Gott und die Welt. Natürlich kam dann irgendwann auch die Frage nach dem Beruflichen. Sie fragte mich, was ich denn im Berufsleben mache. Ich erzählte ihr, dass ich schreibe, und zwar meist über tabuisierte, sozialkritische Themen. Unser Gespräch wurde danach immer interessanter. Ich erzählte ihr über meine Vergangenheit. Die Frau wirkte zunehmend verbitterter. Schließlich fragte ich sie direkt nach dem Grund. Sie erzählte mir eine Geschichte: Ihre Schwester Carolin sei im Alter von 37 Jahren an unheilbarem Knochenkrebs erkrankt und jetzt – drei Jahre später – sei das Endstadium erreicht. Sie habe sich für den Freitod in der Schweiz entschieden. Sie sei verheiratet und habe einen elfjährigen Sohn.
Wir sprachen sehr lange darüber. Ich machte mir Gedanken und kam zu der Erkenntnis, dass der Tod auch ein Tabu-Thema ist, das man verdrängt und einfach wegschiebt. Hatte ich mich selbst jemals mit dem Thema Tod beschäftigt? Nein, ich hatte es nicht. Es ist ein Thema, das man am liebsten ganz schnell aus seinen Gedanken streicht. Der Tod ist aber ein Thema, das uns alle trifft, irgendwann, irgendwo. Je mehr ich darüber nachdachte, umso bewusster wurde mir, dass es vielleicht eines der größten Tabu-Themen überhaupt ist. Der Tod ist das Intimste der Welt, und doch müssen wir uns früher oder später mit diesem Thema beschäftigen.
Diese Zugfahrt endete viel zu schnell, denn ich hätte mich mit meiner Mitreisenden noch sehr viel länger unterhalten können. Tage später dachte ich immer noch über das Gespräch im Zug nach.
Ich fasste den Entschluss, mich mit dem Thema Tod und Freitod zu beschäftigen.
Mich ergriff das Interesse an den Beweggründen der Menschen, die bewusst und gezielt in den Tod gehen. Ich nahm deshalb Kontakt zu meiner damaligen Zugbekanntschaft auf und fragte sie über Facebook, ob ein Gespräch mit ihrer Schwester möglich sei und ob sie für mich den Kontakt herstellen könne. Nur wenige Stunden später antwortete mir Carolin selbst via Facebook.
Grundsätzlich, so schrieb sie, sei sie bereit, darüber zu sprechen, insbesondere über ihre letzten Jahre.
Am folgenden Tag sprach ich das erste Mal am Telefon persönlich mit Carolin. Ich war sehr überrascht, wie offen sie darüber sprach, an einem bestimmten Tag bewusst in den Tod zu gehen.
Ihre Beweggründe waren ganz andere als ich anfangs gedacht hatte. Ich hatte angenommen, dass sie sich die Schmerzen und Qualen ersparen wollte, aber es war ganz anders. Sie machte mir klar, dass sie diesen Weg gehen wollte, um ihrem elfjährigen Sohn und ihrem Mann den Anblick des Elends – so nannte sie es – zu ersparen.
Sie wollte ihren letzten Schritt in der Schweiz alleine gehen. Ihre beste Freundin lehnte es ab, mit Ihr zu kommen und bei Ihr zu sein, denn sie konnte es einfach nicht.
Unüberlegt sagte ich damals zu ihr, dass doch ich mitkommen könne. Sie antwortete spontan: „Warum nicht? Besser als alleine zu sterben.“

Mein erster Besuch bei einer Todgeweihten

Am 4. September fuhr ich zu meiner ersten Begegnung mit einer Todgeweihten nach Hamburg. Ein komisches Gefühl hatte ich dabei. Ich war gerade in die Nord-Ostsee-Bahn gestiegen und mir war kotzübel.
Wie fing ich das Gespräch an? Was empfand ich dabei? Ich glaubte in dem Moment, dass es eigentlich nur Mitleid sein konnte. Mir wurde bewusst, wie gut es mir ging. Nur weiß man dies selbst meist nicht wirklich zu schätzen.
Als die Bahn den Nord-Ostsee-Kanal überquerte und ich die nahezu unendliche geradlinige Weite sah, kippte meine Stimmung ins Melancholische. Ich versuchte meine Gedanken an das Thema Tod zu verdrängen, es klappte aber nicht. Ich hatte das Projekt gewollt und es bekommen, also sollte ich nun nicht dem Selbstmitleid verfallen, nur weil ich über ein Thema schrieb, das selbst für mich ein Tabu war.
Am Hauptbahnhof angekommen, nahm ich mir ein Taxi für den Weg zu Caroline und Ihrer Familie, die ich ja bislang nur online und über Telefonkontakte kannte. Wenige Minuten vor meiner Ankunft rief Carolin an und bat, mich in der Stadt zu treffen. Sie hatte es sich anders überlegt und wollte alleine, ohne Familie, mit mir sprechen. Wir einigten uns auf das Lokal „Lust auf Italien“ in der Großen Elbstraße in Hamburg.
Kurze Zeit darauf trafen wir uns dort. Ich erkannte sie sofort vor dem Eingang und war überrascht, wie gut sie noch aussah, obwohl sie im Endstadium Krebs hatte. Wir begrüßten uns distanziert, ja fast kühl. Die Last auf ihren Schultern war jetzt förmlich spürbar. Das war also die Frau, die in den Tod gehen würde. Ich versuchte mit aller mir gegebenen Energie, meinen Kopf einzuschalten und meine Gedanken zu neutralisieren. Carolin wirkte dagegen trotz allem so stark, so entschlossen.
Irgendwie fanden wir nicht den richtigen Einstieg in das Gespräch. Ich schlug ihr vor, dass jeder von uns dem Anderen zehn Fragen stellt. Das helfe oft in diesen Situationen. Sie stimmte zu und sagte sofort, dass sie beginnen wolle. Ich grinste und ließ ihr den Vortritt.

Schlaflose Nacht

Es folgte wieder eine der schlaflosen Nächte, die eigentlich nichts mit dem Thema zu tun hatten, dennoch dachte ich dann über das Projekt „Tod“ nach.
Ich fragte mich immer noch, wo die Grenze zwischen Berichterstattung und Kommerz lag, wie weit ich gehen durfte und ob es legitim war, ein Buch über den Freitod zu schreiben. War es auch legitim beim Sterben zuzusehen und dabei zu schreiben? War es im multimedialen Zeitalter zulässig, den Tod live per Twitter zu kommentieren? Ich hatte am Abend zuvor zwei Theologen in Hamburg angeschrieben, ihnen von meinem Projekt berichtet und bekundet, dass mich der Grund der Kirche, so vehement gegen den Freitod einzutreten, sehr interessieren würde.
Ein Theologe schrieb zurück, dass ich ihn gerne anrufen dürfe. Gleich am nächsten Morgen folgte ich seiner Einladung. Eigentlich war es ein interessantes Gespräch. Als ich nach dreißig Minuten fragte, ob es denn für ihn in Ordnung sei, wenn ich das Gespräch veröffentlichte, war er strikt dagegen. Er begründete es damit, dass man jeden Fall einzeln prüfen müsse und nicht pauschalisieren dürfe.
Das verstand ich nicht, man musste doch eine grundsätzliche Haltung zu einem Thema haben. Was hatte das dann mit dem Einzelfall zu tun? Warum war es bei diesem Thema schon wieder so, dass man heimlich darüber sprechen musste? Warum sollte ich ein Gespräch mit einem Theologen zum Thema Freitod nicht veröffentlichen?
Er fragte mich, ob mir bewusst sei, dass mich die Öffentlichkeit zerreißen würde, wenn ich mein Vorhaben tatsächlich verwirklichte. Ich sagte ihm, dass es bei meinem letzten Thema ebenso gewesen sei. Wenn die Gesellschaft laut aufschreie, empfände ich das als eine Bestätigung meiner Arbeit.
Das war schließlich mein Ziel. Ich wollte den Nerv unserer Gesellschaft treffen. Je mehr ich angefeindet wurde, je mehr ich angegriffen und durch den Dreck gezogen wurde für ein Thema, umso mehr bestätigte es mich in dem, was ich machte.
Zum Ende des Gesprächs sagte er mir, dass er gern für ein persönliches Gespräch zur Verfügung stehe, das ich aber weder aufzeichnen noch veröffentlichen dürfe.

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  • Todestag – Teil 1

    - Im Juni 2013 fuhr ich mit dem ICE [...]
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    - Am 4. September fuhr ich zu meiner ersten [...]
  • Schlaflose Nacht

    - Es folgte wieder eine der schlaflosen Nächte [...]

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Der Hintergrund zu Todestag

Im Juni 2013 fuhr ich mit dem ICE die Strecke von Hamburg nach Würzburg.

Ich saß neben einer Frau, mit der ich nach kurzer Zeit ins Gespräch kam. Wir unterhielten uns über Gott und die Welt. Natürlich kam dann irgendwann auch die Frage nach dem Beruflichen. Sie fragte mich, was ich denn im Berufsleben mache. Ich erzählte ihr, dass ich schreibe, und zwar meist über Tabu Themen. Unser Gespräch wurde danach immer interessanter. Ich erzählte ihr über meine Vergangenheit. Die Frau wirkt ständig verbitterter. Deshalb fragte ich nach, warum dies so sei. Sie erzählt mir eine Geschichte: Ihre Schwester Carolin sei im Alter von 37 Jahren an unheilbarem Knochenkrebs erkrankt und jetzt – drei Jahre später – sei das Endstadium erreicht. Sie habe sich für den Freitod in der Schweiz entschieden. Sie sei verheiratet und habe einen 11jährigen Sohn.
Wir sprachen sehr lange darüber, ich machte mir Gedanken und kam zu dem Entschluss, dass der Tod auch ein Tabu-Thema ist, das man verdrängt und einfach wegschiebt.

Diese Zugfahrt endete viel zu schnell, denn ich hätte mich mit meiner Mitreisenden noch ewig unterhalten können. Tage danach dachte ich immer noch über das Gespräch im Zug nach.
Ich fasste den Entschluss, mich mit dem Thema Tod/Freitod zu beschäftigen.

Mich plagt seitdem die Neugier, hinter die Fassaden der Menschen zu blicken, die bewusst und gezielt in den Tod gehen. Ich nahm deshalb Kontakt zu meiner damaligen Zugbekanntschaft auf und fragte sie über Facebook, ob Sie für mich den Kontakt zu Ihrer Schwester herstellen könne und ein Gespräch mit dieser möglich wäre. Nur wenige Stunden später schrieb mir Carolin direkt via Facebook.
Grundsätzlich, so schrieb sie, sei sie bereit, darüber zu sprechen, insbesondere über Ihre letzten Jahre.
Am folgenden Tag sprach ich das erste Mal am Telefon persönlich mit Carolin. Ich war sehr überrascht, wie offen sie sich gab, wie bewusst sie darüber sprach, an einem bestimmten Tag bewusst in den Tod zu gehen.

Ihre Beweggründe sind ganz anders, als ich es anfangs dachte. Ich glaubte, dass sie sich die Schmerzen und Qualen ersparen möchte, aber es ist ganz anders. Sie machte mir klar, dass sie diesen Weg gehen möchte, um ihrem 11jährigen Sohn und ihrem Mann den Anblick des Elends – so nannte sie es – zu ersparen.

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Der Autor

facebook-og-bildMartin Bühler wurde am 01.11.1973 in der kleinen schwäbischen Stadt Krumbach geboren.

Nach seiner Schulzeit studierte er Aquakultur und arbeitete mehrere Jahre in Italien und Spanien. Seit dem Jahr 2001 lebt er an der westlichen Küste Nordfrieslands,zwischen der Hafenstadt Husum und der Insel Sylt.

Im Jahr 2011 fing er erstmals an, offen über das Thema Samenspende und Kinderwunscherfüllung zu sprechen und zu schreiben. 2012 schrieb Martin Bühler sein erstes Werk”Der Samenspender Martin1973″, anfangs als Selbstverleger, später über den Miller Verlag. Danach folgten Ratgeber zur Kinderwunschthematik wie “Schwanger ohne Sex” und “Familienglück durch private Samenspende”.

Zum Thema Kinderwunsch durch Samenspende entstanden zahlreiche Beiträge, u. a. bei Stern TV (RTL), Mona Lisa (ZDF) und Planetopia (SAT1). Danach erfolgten Berichterstattungen des Axel Springer Verlages, u. a. in Bild der Frau und Bild.de.

Seine Begeisterung, bestehende Tabus in unserer Gesellschaft anzusprechen und öffentlich zu diskutieren, wuchs von Tag zu Tag. Mit seiner provozierenden Art öffentliche Diskussionen anzuregen, gefällt ihm und wurde zur Passion. Die Themen sind mittlerweile umfangreich und vielschichtig.

Sein Motto ist: Das Leben schreibt die interessantesten Geschichten.

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